ISDE 2019 Portugal -die letzten Tage-

17. November 2019

Johannes Steinel

Der vierte Fahrtag beginnt mit Regen. Manuel Rüger konnte seinen Platz behaupten und startet kurz nach 8:30 Uhr. Es heißt trotzdem früh aufstehen, sind es doch von der Unterkunft bis zum Fahrerlager etwa 25 Minuten Fahrt und Manuel muss noch getapt werden. Lunchpakete machen uns den Einstieg leichter, Kaffee gibt's beim deutschen Team.
Heute sind wieder etwa 260 km mit sieben Prüfungen zu fahren, knapp acht Stunden ist die Zeitvorgabe. Für die Vintage Fahrer gibt's eine verkürzte Runde, ganz schwierige Passagen sind für sie rausgenommen. Schon die erste Prüfung in den Bergen hat's in sich, Regen macht es nicht einfacher. Besonders die Vintage Fahrer kämpfen und so mancher scheitert am 3 m hohen und schlammigen Zielhang. Im Tagesverlauf reißen die Wolken auf und die Sonne kommt wieder hervor. Manuel Rüger kommt ohne Strafzeiten durch und bestätigt seine Leistung unter den ursprünglich mehr als 90 Fahren seiner Klasse, dank des Tape hält auch der Oberschenkel.

Andreas Mosert

Am Abend dann große Verwirrungen bei der Vintage. Der Fahrtag soll zunächst gar nicht gewertet werden, da einge Zeitkontrollen aus der falschen Richtung angefahren oder bei der ersten Prüfung zur Bewältigung des Hanges den statt anstatt die Ziel das Ziel durchfahren haben. Es sind hier doch einige dabei, die der Schwere nicht gewachsen sind.
Später am Abend heißt es dann, dass alle, die drei Prüfungen gefahren sind, gewertet werden und am nächsten Tag starten können.
Zuvor sollte dann auch noch die Beschleunigungs Prüfung nachgeholt werden, eigentlich Bestandteil nach der technischen Abnahme. Doch die wird nach wenigen Fahren abgebrochen. Den Grund erfahren wir am nächsten Tag: ein italienischer Vintage Fahrer ist nach einem Herzinfarkt verstorben.
Der letzte Fahrtag sollte dann wieder leichter werden. Sonne und mäßiger Wind begleiten die Fahrer auf ihren zwei Runden mit 280 km, Vintage fährt eine Runde mit etwa 120 km Distanz.
Manuel Rüger ist platt! Aber alle anderen mehr oder weniger auch, und so kommt er auch am 5 Tag ins Ziel ohne Blessuren und Zeitstrafen.
Die Platzierungen sind nun quasi vergeben. Nur bei einem Ausfall auf dem Abschlusstest am sechsten Tag, einer Art Supermoto mit überwiegendem Geländeanteil, kann es noch Verschiebungen geben.
Der Test findet übrigens auf der in unmittelbarer Nähe liegenden Kart Rennstrecke statt, sodass keine Strecke mehr zu bewältigen ist.
Manuel Rüger schließt die Sixdays auf einem 22. Platz in der Klasse C3 ab. Mit einem Rückstand von 30 Minuten auf den Sieger dürfte es bei dessen Gesamtzeit von 4 Stunden und 17 Minuten noch für eine Silbermedaille reichen. Hut ab, Klasse Leistung.

Peter Zink

Auch bei den Vintage-Fahren brennt nichts mehr an. Johannes Steinel wird hinter Giovanni Sala zweiter seiner Klasse, Andreas Mosert in der gleichen Gruppe fünfter. Peter Zink schließt in der Evo 86 Klasse als 14. ab, hatte er doch am Vortag nach technischen Problemen noch fünf Strafminuten kassiert. Das Team Germany wird in der Veteranen Trophy mit Steinel, Bossdorf und Weber Vize-Meister hinter Italien. Steinel gewinnt eine weitere Silbermedaille in der Vintage Trophy zusammen mit Jens Österreich und nochmals Uwe Weber.
Die Ehrungen fanden auf der Kart-Strecke statt, außer den zu Ehrenden, wenigen Fahrern und Betreuern waren aber sonst keine Zuschauer auszumachen. Auch gab es keine race Party zum Abschluss , die machten Amerikaner , Australier und Franzosen selbst.
Schade!
Im nächsten Jahr finden die SixDays in Italien statt.

 

Text + Bilder: Wolfgang Herber

Manuel Rüger