Susanne Riel bei der Rallye Aicha des Gazelles in Marokko

Erfahrungsbericht

24. April 2018

Susanne Riel (links) und Sandrine Lang im Ziel

 

Nach einem eher unspektakulären Prolog, bei dem wir durch meine anfänglich noch etwas ungenaue Navigation doch den ein oder anderen zusätzlichen Meter an Lehrgeld bezahlt haben (zur Erinnerung: die geringste Kilometerzahl gewinnt) staunten wir nicht schlecht, dass wir dennoch auf Platz 17 landeten. Da wir 2014 34. geworden sind waren die Plätze 20-30 unser Ziel.

So starteten wir guter Dinge in den ersten für das Ranking relevanten Tag und kamen auf gleichem Terrain wie der Prolog als 13. ins Ziel.

Die zweite Etappe sollte für beide herausfordernder werden: die Strecke führte über das sogenannte „Blumenkohl-Plateau“. Das bedeutet für die Fahrerin viel Konzentration, da diese Pflanzen die aussehen wie Blumenkohl hart sind wie Stein und das Auto schnell kaputtmachen können. Navigatorisch ist hier extrem viel Präzision gefragt, denn es ist kaum ein Relief zu erkennen an dem man sich orientieren kann. Jede Abweichung von der Ideallinie muss auf der Karte mitverfolgt und wieder korrigiert werden um sich nicht irgendwo auf diesem Gelände zu verlieren. Zu diesem Zeitpunkt wurden das Auto, der Kompass und wir langsam wieder ein eingespieltes Team - wir konnten die Platzierung halten.

Damit fiel die Entscheidung bei der dritten Etappe sehr schnell: wenn wir das Ranking nicht verlieren wollen müssen wir die X-Route fahren. Diese Wahlmöglichkeit gibt es nur an den Dünentagen - der X-Parcours ähnelt den schwarzen Pisten beim Skifahren. Von 8 Checkpoints lagen 5 in den berühmten Dünen von Merzouga.

Aus Sicherheitsgründen dürfen die Teams sich in den Dünen folgen und so starteten wir mit einem marokkanischen Team unsere erste Challenge im Sand. Aus gesundheitlichen Gründen mussten die beiden am zweiten Checkpoint anhalten. Nach einer halben Stunde entschieden wir gemeinsam, dass das andere Team noch zurückbleiben würde, während wir den Weg fortsetzen sollten um kein Risiko einzugehen bei zunehmender Hitze und immer weicher werdendem Sand die Checkpoints nicht mehr zu erreichen. So fuhren wir schweren Herzens ohne unsere Teamkolleginnen weiter und trafen dabei auf ein anderes Team, zwei Schwestern aus Frankreich, welche sich uns anschlossen.

Doch wir hatten Glück, zwei Checkpoints weiter stießen die Marokkanerinnen wieder zu uns - sie waren unseren Spuren gefolgt und hatten es damit geschafft wieder aufzuholen. So konnten wir die letzen  Checkpoints dann zu dritt anfahren, was für die Navigatorinnen eine deutliche Erleichterung bedeutet, weil sich die Arbeit (bei großen Dünen hochlaufen um zu sehen wie es dahinter abfällt und wo man weiterfahren kann) auf mehrere Schultern (oder besser Füße) verteilt! Trotzdem zeigte meine schrittzählende Uhr am Ende des Tages 17km an, kein Wunder, dass ich alle halbe Stunde den Sand aus den Stiefeln schütten musste :)

Auch wenn es vor dem Bildschirm zuhause anders aussah, weil unser GPS-Sender öfter aussetzte, haben wir es geschafft auch auf den folgenden Etappen alle Checkpoints zu finden und auch auf der letzten Etappe im Erg Chebbi die X-Route zu fahren.

Damit konnten wir unser Ranking von Etappe zu Etappe verbessern und kamen letztendlich als 6. von 149 Teams ins Ziel.

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an alle Sponsoren und Unterstützer die uns die Teilnahme an dieser Rallye möglich gemacht haben!

Es war ein unvergessliches Erlebnis!

 

Text: Susanne Riel

 

Impressionen aus Marokko