Pascal Springmann startet perfekt in das Jahr 2019

5. Januar 2019

Text: Pascal Springmann             Bilder: Peter Teichmann

 

Am Freitag sind wir in Riesa angereist und konnten bereits einen ersten Blick auf die Strecke werfen.

 Diese hatte es schon ganz schön in sich, sah aber auch so aus, als ob man sehr viel Spaß darauf haben könnte. Somit stieg sowohl die Aufregung, als auch die Vorfreude auf Samstag.

Als es dann am Samstagmorgen beim freien Training zum ersten Mal auf die Strecke ging, lief es zunächst nicht ganz so gut. Ich hatte große Probleme mit Armpump und fand auch keine wirklich gute Spur durch das Steinfeld, welches sich als Schlüsselstelle der Veranstaltung entpuppte. Somit schaffte ich es im freien Training nicht eine akzeptable Rundenzeit zu setzen und wusste, dass es nicht leicht wird sich für die Finalläufe zu qualifizieren.

Ca. eine Stunde später ging es dann mit dem Zeittraining weiter. Hier konnten sich die 8 Fahrer mit den schnellsten Rundenzeiten direkt für die Finalläufe qualifizieren, was bei den rund 40 Fahrern in einem internationalen Starterfeld der „nationalen Klasse“ nicht leicht war.

Bei mir lief es im Zeittraining schon um einiges besser. Ich bekam meinen Armpump einigermaßen in den Griff und fand einen Weg wie ich relativ gut durch das Steinfeld kam. So schaffte ich es, mich mit der 3. schnellsten Rundenzeit in der nationalen Klasse direkt für das Finale zu qualifizieren.

Über die Hoffnungsläufe konnten sich dann weitere 6 Fahrer für die Finalläufe qualifizieren, sodass dann später 14 Fahrer am Gatter gestanden sind.

Da ich die Hoffnungsläufe nicht bestreiten musste, konnte ich diese aus den Zuschauerrängen anschauen und meine Kräfte für den Abend aufsparen. Die Wartezeit bis zum ersten Finale betrug für mich dann ca.  4,5 Stunden, was mir wie eine Ewigkeit vorkam. Währenddessen füllte sich die Halle mehr und mehr und auch meine Aufregung stieg wieder.

Dann ging es los. Die Halle war voll und wir rollten an das Startgatter (Motocross-Start).

Die Aufregung vor meinem ersten Rennen in einer Halle mit so vielen Zuschauern stieg ins unermessliche, die Lightshow, die Musik und die Startprozedur taten das Übrige. Doch dann hieß es noch 15 Sekunden, dann noch 5 Sekunden bis zum Start. Ab dann ist man nur noch fokussiert.

Das Gatter fiel und es ging los. In der ersten Kurve wurde ich zwischen ein paar anderen Fahrern eingekeilt und musste daher etwas zurückstecken. Somit befand ich mich dann im Mittelfeld und begann mich nach vorn zu arbeiten. Bis zum Steinfeld war ich dann schon unter den ersten 3 angekommen. Ich kam sehr gut durchs Steinfeld und konnte kurz vor Ende der ersten Runde die Führung übernehmen. Ca. 3 Runden später musste ich diese durch einen Sturz an Tom Knight aus England (Neffe von David Knight) abgeben. Ab der Hälfte des Rennens wurde es unglaublich zäh. Die Strecke war wahnsinnig intensiv und man hatte überhaupt keine Zeit einen Moment auszuruhen. Daher versuchte ich, meine Kräfte einzuteilen und möglichst sauber und ohne Fehler zu fahren, ohne zu sehr zu pushen. So konnte ich den 2. Platz bis in die letzte Runde halten. In dieser wurde es dann nochmals spannend, denn der 3. Platzierte kam immer näher. Durch einen Fehler im Steinfeld meinerseits, fuhren wir Lenker an Lenker auf die Ziellinie zu, wo ich dann mit einer Vorderradlänge Vorsprung den 2. Platz halten konnte.

Die Pause bis zum 2. Lauf war dann relativ kurz (ca. 45min) und reichte gerade, um sich wieder ein wenig auszuruhen vom sehr anstrengenden ersten Rennen.

Dann ging es schon los zum 2. Lauf. Diesmal in umgekehrter Startreihenfolge, wodurch ich aus der 2. Reihe starten musste. Der Fahrer vor mir blieb dann auch noch am Startgatter hängen, wodurch ich in der ersten Kurve ganz am Ende des Fahrerfeldes war. Ich versuchte dann erneut mich darauf zu konzentrieren, möglichst flüssig und kraftsparend zu fahren und dabei möglichst wenig Fehler zu machen. So kämpfte ich mich Platz für Platz nach vorne und war dann nach ca. 3 Runden bereits auf dem 2. Platz hinter dem Schweizer Jonathan Rosse. Durch einen Fehler von ihm konnte ich zwischenzeitlich sogar kurz die Führung übernehmen. Jonathan erkämpfte sich diese jedoch relativ schnell zurück. Dann waren es noch 2 Runden und ich wusste ich muss den 2. Platz halten, dann müsste es für den Gesamtsieg reichen. Die Kräfte ließen jedoch nach und im Steinfeld war in der letzten Runde nochmal richtig was los. Da sich vor mir einige Fahrer festgefahren haben musste ich einen anderen Weg durchs Steinfeld finden. Es klappte relativ gut, erst auf den letzten Metern blieb ich kurz hängen und bemerkte, dass sich auch Jonathan festgefahren hatte und sich neben mir befand. So wurde es nochmal spannend. Jonathan kam dann etwas schneller wieder los und gewann den 2. Lauf. Ich fuhr den 2. Platz ins Ziel, was für mich den Gesamtsieg bedeutete.

Ein überwältigendes Gefühl, bei dieser Atmosphäre, vor einem riesigen Publikum und bei meinem ersten SuperEnduro den Sieg einzufahren!

 

An der Stelle möchte ich mich nochmals bei allen Bedanken, die mich Unterstützen! Ihr seid die besten!