Missglückter Saisonauftakt für Marvin Fritz

25. September 2019

Bericht:ds/ Foto: FP

Das Auftaktrennen zur Langstreckenweltmeisterschaft (EWC) der Saison 2020 am vergangenen Wochenende im südfranzösischen Le Castellet stand für Marvin Fritz und sein Team unter keinem guten Stern.Während Fritz und die YART Yamaha Truppe sich im Qualifying über die Pole Position und Fritz neuen Rundenrekord freuten, verbrannte im Rennen die Aussicht auf den Sieg.

Die Trainingswoche in Südfrankreich lief zunächst bei trockenen und guten Wetterbedingungen optimal für das YART Trio Fritz, Baz und Canepa. Marvin Fritz sorgte am Donnerstag mit einem neuen Rundenrekord für Aufsehen. Für den Rennbeginn des 24 Stunden Rennen am Samstag schlug das Wetter in Starkregen und heftige Windböen um. Die Verantwortlichen stellten ein Krisenteam bestehend aus drei Fahrern zusammen, welche stellvertretend für die restlichen Fahrer entscheiden sollten, wie sich der weitere Rennverlauf gestalten sollte. Nach nur drei Stunden wurde das Rennen wegen zu heftiger Niederschläge abgebrochen. Fritz:“ Auf der langen Start- und Zielgeraden beschleunigen wir ca. auf 300 km/h, doch plötzlich hatte ich keine Sicht mehr. Dazu kamen seitliche Windböen von geschätzt 80 km/h, es war unmöglich und unverantwortlich noch einen einzigen Meter weiterzufahren“.

Das gesamte Fahrerfeld entschied sich ebenfalls für einen Abbruch des Rennens. Erst als am Sonntag gegen vier Uhr früh ein Ende des Starkregens in Sicht war, trafen sich die Teammanager zu einer Krisensitzung und beschlossen den Restart für sechs Uhr Sonntag morgen. Fritz Teamkollege Canepa übernahm den Start. Teamchef Mandy Kainz wählte als Strategie, Niccolo Canepa einen Doppelstint ( Stint = Turn) fahren zu lassen, um präzisere Informationen über das Abtrocknen der einzelnen Streckenabschnitte für die Teamkollegen Baz und Fritz zu bekommen. Canepa, ebenfalls wie Fritz bei nassen Streckenbedingungen immer schnell unterwegs, übergab die Yart Yamaha an zweiter Position an Kollege und Ex Moto GP Pilot Loris Baz. Nach einem Reifenwechsel auf Slicksreifen (profillose Reifen) verließ Bazdie Box, übernahm nach wenigen Runden die Führung des Rennens und baute ebenfalls in einem Doppelstint die Führung des YART Team um rund 25 Sekunden aus. Während sich Marvin Fritzin der Box auf seinen bevorstehenden Einsatz vorbereitete,verfolgte er auf dem Monitor den Crash einiger Piloten. Fritz:“ Wahrscheinlich verlor die Honda des Werksteam Öl, die nachfolgenden Fahrer, darunter auch Yart Teamkollege Baz, konnten der Ölspur nicht mehr ausweichen und rutschten in die Reifenstapel des Sturzraumes.“ Innerhalb weniger Sekunden verwandelte sich für Marvin Fritz der Traum vom Sieg in einen Alptraum mit Flamminferno. Fritz:“ Ein Motorrad fing Feuer, dann ging alles ganz schnell. Nach 20 Minuten war alles verbrannt, die Motorräder, die Reifenstapel und unser möglicher Sieg.“ Auch die herbeigeeilten Streckenposten konnte dem Feuer nicht Herr werden. Fritz:“ Glücklicherweise kamen Loris Baz und die Anderen mit dem Schrecken davon.“ Für Marvin Fritz blieben am Ende fünf Punkte für die Pole Position und ein klarer Blick in die Zukunft. Fritz:“ Die Werksteams von Honda und Kawasaki, also unsere stärksten Konkurrenten, gingen im Rennen ebenfalls leer aus. Damit sind die Chancen für alle wieder gleich, die Karten werden neu gemischt.“

Für das kommende Wochenende, 27.09.-29.09.2019, plant der zweifache Deutsche Meister von 2014 und 2016 einen Gaststart bei dem IDM Finale auf dem Hockenheimring in der Klasse Superbike. Fritz:“ Seit drei Jahren bin ichauf meiner Heimstrecke kein Rennen mehr gefahren. Darauf freue ich mich besonders.“ Die Rennen der Superbike finden am Sonntag, 29.09.2019 um 12:00 und 16:00 Uhr statt. Tickets gibt unter  www.hockenheimring.de